Osterleckereien
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Osterkuchen auf dem Tisch

Ostern, die Auferstehung Christi, ist das wichtigste Fest für Christen aller Konfessionen. Obwohl es in verschiedenen Ländern und sogar an unterschiedlichen Tagen gefeiert wird, ähneln sich viele der Festtagstraditionen, darunter auch kulinarische. So finden sich beispielsweise gefärbte Eier fast überall auf dem Ostertisch. Dies geht auf die Legende des Eis in Maria Magdalenas Hand zurück, das sich rot färbte als Zeichen für die Auferstehung Christi. Für diejenigen, die vor Ostern fasteten, waren Eier, Fleisch und Milch verboten; nun dürfen sie pur gegessen und in köstlichen Gebäcken verwendet werden. Daher sind diese Gebäcke und süßen Quarkdesserts, die oft auch mit Eiern gefüllt sind, zu Symbolen des Festes geworden.

Wenn man an Ostern denkt, kommen einem natürlich sofort Oster-Kulichi in den Sinn. In Südrussland heißen diese reichhaltigen Kuchen oder süßen Brote Paska. Wie die gefärbten Ostereier (Pysanky) werden auch die Kulichi zur Segnung in die Kirche gebracht. Der Teig für Kulichi wird aus Eiern, Butter und manchmal Quark zubereitet – etwas, das während der Fastenzeit nicht auf dem Tisch stand. Klassische Kulichi werden wie Brot mit einem Vorteig gebacken: Frische Hefe, warme Milch, Zucker und etwas Mehl werden an einem warmen Ort zum Gären gebracht. Anschließend wird dieser Vorteig mit den restlichen Teigzutaten vermischt. Dadurch geht der Teig schneller auf, und die Kulichi werden lockerer und luftiger. Ihre zylindrische Form ähnelt dem heiligen Artos-Brot, das in der Kirche gebacken und am Ostersonntag an die Gläubigen verteilt wird. Das Aufgehen des Hefeteigs symbolisiert auch die Auferstehung. Die Oberseite der Kulichi wird mit einem dekorativen weißen Zuckerguss überzogen.

Osterkuchen, Pascha und bunte Eier auf dem festlichen Tisch

Heutzutage findet man auf dem Ostertisch jedoch nicht nur klassische Osterkuchen, sondern auch ähnlich geformte Quarkkuchen. Und in letzter Zeit ist der kunstvolle australische Craffin-Kuchen mit seiner wunderschönen, gedrehten Oberseite in Russland sehr beliebt geworden. Auch wenn Traditionalisten diese Backwaren manchmal nicht als Osterkuchen anerkennen, sind sie deshalb nicht weniger lecker oder festlich.

Vorbereitungen für das Osterfrühstück

Einst war der Ostertisch ohne ein weiteres Symbol des Festes undenkbar: Quark-Pascha. In St. Petersburg steht eine Kirche, die aufgrund ihrer runden Form und ihres pyramidenförmigen Glockenturms im Volksmund „Kulitsch und Pascha“ genannt wird. Heutzutage wird Quark-Pascha seltener zubereitet, obwohl das Dessert recht einfach ist. Für eine wirklich schöne Pascha benötigt man eine spezielle Form. Diese verleiht dem süßen Quark nicht nur das Aussehen einer Pyramide – des „Heiligen Grabes“ –, sondern ermöglicht auch das Einprägen wunderschöner Inschriften und Muster an den Rändern. Typischerweise werden Eier, Rosinen und in heißer Milch gekochte kandierte Früchte zum Quark hinzugefügt. Wer aus irgendeinem Grund keine Eier isst, kann Kondensmilch für eine dickere Konsistenz verwenden. Neben der klassischen weißen Pascha gibt es auch eine interessantere Variante: eine dreischichtige Pascha mit zwei Schokoladensorten.

Kinder bemalen Ostereier

Neben einer Platte oder einem Korb mit gefärbten oder dekorierten Eiern können Sie Ihre festliche Ostertafel auch mit kleinen Nestern aus Kokosnussteig mit weißer Schokolade und bunten Schokoladen-Dragees (online erhältlich) ergänzen. Oder Sie wagen ein echtes kulinarisches Experiment und stellen, anstatt eine Kinder-Überraschung zu kaufen, Ihre eigenen Schokoladeneier mit einer köstlichen Cremefüllung her. Temperieren ist ein Prozess, bei dem die Schokolade durch Temperaturänderungen gehärtet wird und so eine feste Kruste bildet. Sie benötigen ein elektronisches Thermometer und müssen die Anweisungen bei der Zubereitung genau befolgen – die Überraschung und Bewunderung Ihrer Gäste ist Ihnen aber sicher!

Auch andere christliche Nationen haben ihre eigenen süßen Ostertraditionen. In Polen backt man anstelle von Kulitsch Paska Baba oder Babka – einen kegelförmigen, süßen Kuchen, der elegant mit Zuckerguss, Rosinen und Nüssen verziert ist und tatsächlich einer Frau in festlicher Kleidung ähnelt.

Osterkuchen auf dem Tisch

In Rumänien darf auf dem Ostertisch traditionell ein festlicher Kuchen namens Kozunak nicht fehlen – ein großer, goldbrauner Käsekuchen mit einem wunderschönen geflochtenen Rand. Dieser Kuchen wird sowohl zu Ostern als auch zu Weihnachten gebacken. Während der Weihnachtskuchen jedoch jede beliebige süße Füllung haben kann, wird der Oster-Kozunak meist mit Quark und Rosinen zubereitet.

In Griechenland wird zu Ostern ein süßes, geflochtenes Brot namens Tsoureki gebacken, das etwas an das jüdische Challah erinnert. Die Symbolik liegt im Herstellungsprozess selbst: Zwei lange Teigstränge werden kreuzweise gefaltet und anschließend die vier Enden geflochten.

Hot Cross Buns, ein englisches Ostergebäck, sind minimalistisch gestaltet und fangen dennoch perfekt die Essenz des Feiertags ein – jedes einzelne ist mit einem Kreuz verziert. Diese süßen Brötchen werden warm, längs aufgeschnitten und großzügig mit Butter bestrichen gegessen.

Handgefertigte Osterdekorationen

Die Iren, Englands Nachbarn, können sich Ostern ohne den festlichen Simnel-Kuchen, eine Mischung aus Lebkuchen und Marzipan, nicht vorstellen. Die Oberseite dieses Kuchens muss mit elf Marzipankugeln verziert werden, die die Anzahl der Jünger Christi – mit Ausnahme des Verräters Judas – symbolisieren. Manchmal wird in der Mitte eine weitere Dekoration angebracht, die Christus selbst darstellt.

In Deutschland gehört ein Lamm aus Teig – Symbol des heiligen Opfers – einfach zu Ostern dazu. Es ist meist eine dreidimensionale Figur, die in einer Springform gebacken und mit Puderzucker bestreut wird. Wer keine Springform hat, kann es aber auch viel einfacher machen und ein flaches Lamm mit Locken aus Teig formen – ein tolles Gebäck zum Backen mit Kindern.

In Italien, dem Geburtsland der Pizza, wird zu Ostern anstelle von süßem Gebäck eine Fleischpastete namens Pizzagaina (oder „Pizza rustica“ – rustikale Pizza) serviert. Ihre Füllung besteht aus einer Mischung aus weichem Ricotta, fein gehackter Peperoni und luftgetrocknetem Schweinefleisch, genannt Cotta. Diese Pastete markiert eher das Ende der Fastenzeit, die für Katholiken nicht so streng ist, aber Fleisch gilt dennoch als Fast Food.

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