Außergewöhnlicher Kaffee – in der Tasse und darüber hinaus
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Außergewöhnlicher Kaffee – in der Tasse und darüber hinaus

Für die meisten modernen Stadtbewohner beginnt der Morgen mit einer Tasse Kaffee. Natürlich gibt es diejenigen, die große Mengen Koffein meiden, sowie eingefleischte Teeliebhaber. Kaffee und seine vielfältigen Kaffeespezialitäten sind jedoch zu einem festen Bestandteil der urbanen Kultur geworden und haben sogar Memes wie „Lavendel-Raf“ hervorgebracht. Heutzutage ist der Besuch von Cafés in Amerika, Europa und Russland ein ebenso beliebter und verbreiteter Zeitvertreib wie einst im beschaulichen Osten, dem Ursprungsland dieses Getränks. Darüber hinaus hat sich Kaffee längst von einem reinen Getränk zu einem Aroma in Süßwaren entwickelt und ist Bestandteil zahlreicher Desserts geworden.

Wie hat alles angefangen?

Kaffee – ein Getränk aus gerösteten und gemahlenen Kaffeebohnen, das seit dem frühen Mittelalter den Nahen Osten erobert hatte – gelangte im 16. Jahrhundert nach Europa. In den europäischen Hauptstädten und Großstädten eröffneten Kaffeehäuser in rascher Folge. Doch nicht jeder war sofort von dem ungewöhnlichen, dunklen Getränk begeistert. Manche Ärzte fürchteten die gesundheitlichen Risiken des Kaffees (und das nicht ohne Grund, denn er ist nicht für jeden geeignet), während fanatische religiöse Führer Kaffee als muslimische und sogar heidnische „Sabotage“ gegen die christliche Frömmigkeit ansahen. Interessanterweise blieb das Getränk in Äthiopien, das von vielen als Geburtsort des Kaffees betrachtet wird, bis ins 19. Jahrhundert ein religiöses Tabu.

In Russland wurde der Kaffeegenuss (und auch der Teegenuss) – wie viele andere europäische Neuerungen – ebenso abrupt eingeführt wie die europäische Mode, die Bartrasur und das Rauchen. Wenig überraschend stieß dies auf Widerstand und diverse Aberglauben. „Wer Tee trinkt, verzweifelt, wer Kaffee trinkt, verflucht Christus“, flüsterten die Altgläubigen. Doch der Fortschritt war unaufhaltsam. Heute trinken die Menschen in unserem Land sowohl gebrühten als auch Instantkaffee in allen Variationen. Selbst Kaffeeautomaten bieten verschiedene Kaffeesorten an, und mit dem Lieblingssirup sind die Möglichkeiten schier unendlich. In guten Cafés kann man klassischen türkischen Kaffee probieren, der auf erhitztem Sand gebrüht wird, was ihn kräftiger und aromatischer macht. Kaffeebars bieten zudem eine große Auswahl an Kaffeecocktails, mit und ohne Alkohol. Manche Kaffeeliebhaber kaufen sich Kaffeemaschinen, während andere es vorziehen, den Kaffee in Ruhe von Hand zu mahlen, ihn in türkischen Kupfer- oder sogar Silberkannen zuzubereiten und mit sorgfältig ausgewählten Gewürzen zu genießen.

Kaffeeklassiker

Es gibt verschiedene Grundvarianten von Kaffee. Einige unterscheiden sich in ihrer Stärke – wie Ristretto, Espresso und Americano –, andere in den verwendeten Zusätzen. Neben normalem Kaffee mit Milch sind Cappuccino – Kaffee mit Milchschaum – und Latte, ein dreischichtiges Getränk aus Milch, Kaffee und Milch- oder Sahneschaum, sehr beliebt.

Es gibt viele Regeln, die Experten zufolge helfen, wirklich köstlichen Kaffee zuzubereiten. Am besten eignet sich eine Kupfer-Cezve, da sie die Hitze gleichmäßiger verteilt. Die Innenfläche muss mit einer Schicht aus Zinn und Silber beschichtet sein, da Kupfer beim Erhitzen schädliche Stoffe freisetzt. Idealerweise hat eine Cezve einen breiten Boden und einen schmalen Hals – so kann sich das Gefäß besser erhitzen und der Kaffee verdampft oder kocht nicht über. (Der Kaffee muss nicht gekocht werden, da dies das Aroma nicht verbessert, sondern eher zerstört. Es genügt, zu warten, bis sich Schaum bildet.) Vor dem Brühen die leere Cezve leicht erwärmen – dadurch werden die Wirkstoffe aus dem Kaffeepulver besser extrahiert (diese Regel gilt auch für Teekannen, die zuerst mit kochendem Wasser übergossen werden). Am besten gibt man zuerst Kaffee und Gewürze in die Cezve und erhitzt beides vorsichtig zusammen, ohne es anbrennen zu lassen. Normalerweise verwendet man kaltes Wasser, da der Kaffee in heißem Wasser nicht richtig ziehen kann, bevor er kocht, und zu flüssig wird.

Ein unendliches Feld für Experimente

Konservative Kaffeetrinker betonen immer wieder, dass nichts über gewöhnlichen, fachgerecht gebrühten Kaffee aus sorgfältig gemahlenen, hochwertigen Bohnen geht. Das mag stimmen, doch der menschliche Geist ist neugierig und experimentierfreudig. Deshalb tauchen ständig neue Kaffee- und Kaffeegetränkerezepte auf.

Verschiedene Kaffeespezialitäten mit Milch, wie zum Beispiel Latte Macchiato, eignen sich besonders gut dafür. Neben Sirupen werden dem Kaffee auch diverse Zutaten beigemischt, etwa Frucht- oder Gemüsepürees. Im Herbst ist ein Latte Macchiato mit Kürbispüree und einer speziellen Gewürzmischung aus Zimt, Muskatnuss, Ingwer und Nelken sehr beliebt. Wer es etwas tropischer mag, kann zerdrückte Banane hinzufügen.

Wer es etwas komplexer mag, kann Kaffee mit dem berühmten Eierlikör-Cocktail mischen, der aus rohen Eiern und Milch zubereitet wird. Dieser Cocktail kann auch alkoholisch sein, sodass sich alle, die einen Energieschub und etwas Entspannung suchen, nicht auf Irish Coffee beschränken müssen.

Man kann darüber streiten, ob Kaffee oder Kakao besser schmeckt, oder man kombiniert beides zu einem neuen, samtigen Geschmackserlebnis. So entstand der Mokka – Kaffee mit Milch und Schokolade, zuerst in Amerika populär und dann weltweit bei Naschkatzen beliebt. Dieses Getränk schmeckt sowohl heiß als auch kalt. An heißen Sommertagen kann man neben kalter Milch auch Eiswürfel – am besten aus Kaffee – hinzufügen.

Etwas zwischen Getränk und Dessert lässt sich mit … aromatischem Kaffeegelee kreieren! Und diese dunkelbraunen Würfel kann man in eine schneeweiße, süße Mischung aus Milch und Sahne tunken – es ist nicht nur köstlich, sondern auch wunderschön!

Kaffee, der nicht getrunken, sondern gegessen wird.

Kaffee eignet sich auch hervorragend als Aromastoff für eine Vielzahl von Desserts. Ähnlich wie Kakao kann er beispielsweise zur Herstellung einer Creme verwendet werden, die sich perfekt für Kuchen, Gebäck, Brötchen und auch als eigenständiges Dessert eignet.

Eine interessante Neuerung ist kürzlich aufgetaucht: ein dicker Schaum aus Instantkaffee, Wasser und Zucker in unterschiedlichen Anteilen. Der Kaffee muss Instantkaffee sein; gemahlener Kaffee funktioniert nicht. Gibt man diesen Schaum auf Milch, erhält man „Dalgona-Kaffee“, ein in Korea sehr beliebtes Getränk. Er eignet sich auch hervorragend zum Garnieren verschiedener Desserts, wie zum Beispiel Kaffeepudding.

Generell ist Kaffee eine ideale Ergänzung zu Desserts. Außerhalb Großbritanniens ist der klassische Milchpudding mit Stärke nicht überall beliebt, doch Kaffee macht dieses Dessert besonders appetitlich. Er verfeinert sowohl einfache Puddings als auch zarte Eier-Milch-Törtchen. Selbst die berühmte Panna cotta, die eher ein cremiges Gelee als ein Pudding ist, profitiert von Kaffee.

Das bekannteste Dessert mit Kaffee ist natürlich Tiramisu, aber man kann endlos experimentieren und die verschiedensten Milchkaffee-Kreationen mit Keksen und Plätzchen zaubern. Also, lasst eurer Kreativität freien Lauf, erfindet Neues, probiert aus! Und genießt Kaffee in jeder Form!

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